Antike Reliefs neu sehen – 180 Jahre Archäologisches Museum Jena
Sehen Besucher:innen Ausstellungsstücke normalerweise im weißen Museumslicht, werden sie jetzt von farblich wechselnden Lichtern angestrahlt. Je nach Lichtfarbe ergeben sich verblüffend unterschiedliche Sichtweisen, werden u.a. Plastizität, Kontrast und Details völlig anders wahrgenommen. Durchwegs sind die gezeigten Exponate Reliefs, deren Vorbilder sich ursprünglich in luftiger Höhe an antiken Tempeln befanden – also aus der Nähe nie gesehen worden sind. Die wechselnden Lichtfarben der Ausstellung ermöglichen dem Betrachter auch nachzuvollziehen, wie sich die Wirkung Reliefs im Tagesverlauf veränderte.
Die gezeigten Reliefs bilden zeitlich ein breites Spektrum der griechischen Bauplastik ab und stammen aus drei Epochen, einige Ursprungsbauten zählen zu den Weltwundern der Antike. Auch geographisch sind diese Tempel über den gesamten Ägäisraum verteilt und reichen vom Zeustempel in Olympia auf der Peloponnes, den Bauten auf der Athener Akropolis bis zu dem Mausoleion von Halikarnassos im westlichen Kleinasien.
Die Ausstellung wurde im Rahmen einer zweiwöchigen Spring School an der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit Studierenden des Lehrstuhls Klassische Archäologie konzipiert und umgesetzt, die auch das Ausstellungsdesign und -marketing entwickelten.
Die Eröffnung findet am Mittwoch, den 22. April um 18 Uhr statt. Zur Vernissage wird in den Hörsaal 24 des Universitätshauptgebäudes (Fürstengraben 1) geladen, dort spricht der ehemalige Leiter der Berliner Antikensammlung, Prof. Dr. Andreas Scholl, zum Thema: „Athen feiert den Geburtstag Athenas. Zur Götterversammlung im Ostfries des Parthenon“, anschließend wird die Ausstellung im Fürstengraben 25 eröffnet. Die Ausstellung endet am 10. Juli 2026.
Geöffnet ist „Lichtwechsel – Antike Reliefs neu sehen“ in den Ausstellungsräumen des Lehrstuhls Klassische Archäologie immer montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr. Jeden Samstag finden um 15 Uhr Führungen an wechselnden Standorten statt.
Die Themen der Führungen sind unter www.gw.uni-jena.de abrufbar. Weitere Führungen sind auf Anfrage möglich: antikensammlungen@uni-jena.de. Alle Standorte sind barrierefrei.