Theateraustausch Jena-Athen
Inspiriert von Mathieu Kassovitz‘ ikonischen Film »La Haine« (1995) übersetzt die Inszenierung »24 Hours in a World That Does Not Belong to Us« dessen eindringliche Bildsprache in eine gegenwärtige Reflexion für die Theaterbühne. Im Zentrum stehen drängende Fragen unserer Zeit: soziale Ungleichheit, urbane Marginalisierung, Gewalt und Ausgrenzung sowie die vielfältigen Erscheinungsformen von Männlichkeit – in Europa und darüber hinaus
Drei junge Schauspielerinnen bilden ein multikulturelles Ensemble und betreten die Bühne zu einer ergebnisoffenen Suche nach Kunst und Welt im dritten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts. Minute für Minute legen sie ihren Rechercheprozess offen und verfassen dabei ein Bühnentagebuch für einen Dokumentarfilm, der noch nicht gedreht wurde.
Die Aufführung bewegt sich an der Schwelle zwischen Fiktion und Realität. Live-Bühnengeschehen und Video existieren nebeneinander und ergänzen sich gegenseitig, sodass ein polyphones Mosaik aus Bildern, Sprachen und Erzählungen entsteht. In Städten wie Athen und Jena aufgenommenes Material fungiert als Brücke zwischen dem Europa des Jahres 1995 und der Welt, wie sie sich heute formiert. Zugleich wirft das Werk kritische Fragen zur Verbreitung von Gewalt und zu den politischen Entwicklungen sozial ausgegrenzter Gruppen auf.