© Stefan Heuer

In 5 Tagen

Finissage "mit der Schere geschrieben".

Auf einen Blick

Es lesen Paula Fürstenberg, Stefan Heuer, Denis Pfabe und Simone Scharbert

Die Literaturgeschichte blickt auf eine lange Traditionslinie von Schriftsteller:innen, die sich zusätzlich zu ihrer literarischen Tätigkeit verschiedenen bildkünstlerischen Formen widmen. Ob als methodische Erweiterung der Recherche, Illustration des fertigen Textes oder Übertragung des poetischen Blicks in eine von der Sprache entbundene Form, ergänzen Fotografien, Zeichnungen und Gemälde die Werke zahlreicher Autor:innen weltweit. Seit dem frühen 20. Jahrhundert ist unter den Doppelbegabten aber vor allem die Papiercollage als alternatives Ausdrucksmittel und Experimentierfeld beliebt – bis heute. Auch zahlreiche Vertreter:innen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur nutzen das Spiel aus Demontage und Arrangement gefundener Wort- und Bildmaterialien zur Grenzüberschreitung zwischen den Künsten sowie zur Fortführung und Neubestimmung visueller Poesie. Dieses interdisziplinäre Interesse formt aktuell eine überaus produktive, vielfältige und heterogene Szene, die individuell agiert und dennoch kooperierend vernetzt ist.

Mit Katrin Bach, Lydia Daher, Paula Fürstenberg, Stefan Heuer, Denis Pfabe, José F.A. Oliver, Simone Scharbert und Erec Schumacher sind erstmals acht der interessantesten Vertreter:innen aktuell collagierender Autor:innen in einer exemplarischen Gruppenausstellung versammelt.

Paula Fürstenberg, Jahrgang 1987, wuchs in Potsdam auf und studierte am Schweizerischen Literaturinstitut sowie an der Humboldt-Universität. Seit 2011 lebt sie als Schriftstellerin in Berlin. Ihr Debütroman „Familie der geflügelten Tiger“ erschien 2016 bei Kiepenheuer & Witsch und wurde ins Französische übersetzt. Im Februar 2024 erscheint ihr zweiter Roman „Weltalltage“.  2022 hat sie die Gesprächsreihe „Let’s talk about class – ostdeutsche Perspektiven“ co-kuratiert. Für ihre Arbeit wurde sie u.a. mit Stipendien des Deutschen Literaturfonds, der Villa Aurora in Los Angeles und dem Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg ausgezeichnet. 2016 hat sie begonnen, gelegentlich Collagen anzufertigen, die zunächst nicht für die Öffentlichkeit gedacht waren. Die so entstandene Serie "Drohbriefe aus dem Paradies" umfasst 48 Arbeiten, von denen in Jena erstmals einige ausgestellt werden.
 
Stefan Heuer, geboren 1971 in Großburgwedel, lebt in Burgdorf. Veröffentlichungen von Gedichtbänden, Romanen und Kurzdramen. Zudem zahlreiche Collagen, Assemblagen, Combine Paintings und Mail Art in Einzel- und Gruppenausstellungen. Collagen-Kollaborationen in Buch- und Heftform mit verschiedensten Künstler:innen, u.a. „Spielzeit“ (mit Susanna Lakner), „The impossible Exile“ (mit Brandstifter), „Kühle Tips für heiße Tage“ (mit Sabine Remy) erschienen in der Redfoxpress (Dugort, Irland). Zuletzt erschien: „Katzen im Sack“ (Roman, Elif Verlag, 2017) und „(AUS DEM) SCHNEIDER“ (Collagen, zusammen mit Boris Kerenski, Molokoplus, 2023) www.heuerseite.de
 
Denis Pfabe, geboren 1986 in Bonn, ist gelernter Kaufmann im Einzelhandel und studierte Medienkommunikation und Journalismus in Köln. Er ist Absolvent der Bayerischen Akademie des Schreibens, war Stipendiat der Autorenwerkstatt Prosa am Literarischen Colloquium Berlin und erhielt das Arbeitsstipendium der Kunststiftung NRW. Denis Pfabe lebt in Bonn und fährt drei Tage die Woche Gabelstapler in einem Baumarkt. 2018 erschien sein Debütroman „Der Tag endet mit dem Licht“ im Rowohlt Verlag. 2021 folgte dort der Roman „Simonelli“.
 
Simone Scharbert ist 1974 in Aichach geboren, hat Politikwissenschaft, Philosophie & Literatur in München, Augsburg und Wien studiert, anschließend in Politikwissenschaft promoviert; lebt und arbeitet als freie Autorin und Dozentin in Erftstadt. Seit 2022 verantwortet sie zudem die kulturelle/kreative Bildung an der VHS Erftstadt. Für ihre Arbeit am Buch „Rosa in Grau“ (edition AZUR/Voland & Quist 2022) wurde sie mit einem Arbeitsstipendium des Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, ihr aktuelles Projekt mit einem Jahresstipendium der Kunststiftung NRW. Im Rahmen von „A Postcard A Day“ sind in den Jahren 2020 und 2021 mehr als 300 Postkarten-Collagen entstanden, die nahezu alle verschickt wurden; seit 2020 sorgt zudem die sogenannte „Freitagskarte“ mit Collagenkollegin Christine Zureich für wöchentlich-wunderbare Text-Bild-Verbundenheit. www.simonescharbert.de
 
Einführung und Moderation: Mario Osterland. Eintritt: frei! Einlass: 19:00 Uhr

Eine Veranstaltung des Lese-Zeichen e.V mit freundlicher Unterstützung der Villa Rosenthal Jena, gefördert von der Thüringer Kulturstiftung.


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Villa Rosenthal Jena
Mälzerstraße 11
07745 Jena
Deutschland

Tel.: +49 (0) 3641 49-8270
E-Mail:
Webseite: www.lesezeichen-ev.de/calendar_show.php?id=1057

Veranstalter

Lese-Zeichen e.V.
Fischergasse 2
07743 Jena

Tel.: +49 (0) 3641-2713510
E-Mail:
Webseite: www.lesezeichen-ev.de

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